Reiki-Massage

Die Reiki-Massage – Teil eines energetischen Gesamtkonzepts.

Reiki ist nicht so alt, wie viele denken: Erst im 20. Jahrhundert etablierte ein Japaner diese Form der energetischen Heilung und gab ihr einen neuen Namen. Reiki ist Heilung durch Handauflegen. Reiki-Therapeuten können die Behandlung mit einer Reiki-Massage abschließen, um das Blut zu reinigen und den Kreislauf anzuregen.

Rückenmassage für Paare

Reiki ist eine Neuerfindung des Handauflegens

Im Jahr 1922 bestieg der Japaner Mikao Usui den heiligen Berg Kurama – und kehrte als Erleuchteter zurück. Mikao Usui war damals 57 Jahre alt. Er war Tendai-Buddhist, lebte also nach mönchischen Regeln, und hatte vor diesem Gewaltmarsch fast drei Wochen lang gefastet und meditiert. Was Mikao Usui auf dem Gipfel des Kurama erlebte, war Satori – eine Offenbarung des Urgrundes, eine tiefe und universelle Erkenntnis über das Wesen allen Daseins. Was er der Welt mitbrachte, war ein spirituelles, ganzheitliches Heilsystem. Er nannte es Usui Reiki Ryōhō.

Das Kunstwort Reiki setzt sich zusammen aus den japanischen Wörtern Rei (Seele, Geist) und Ki (Lebenskraft, Lebensenergie). Mit dieser allgegenwärtigen, umfassenden Energie, so Usui, lassen sich Körper, Geist und Seele heilen.

Schon im Jahr darauf bekam Mikao Usui Gelegenheit, seine neue Lehre anzuwenden: Er behandelte die Opfer des Kanto-Erdbebens von 1923 und wirkte als Heiler im „Bettlerkönigreich“, den Elendsvierteln von Kyoto. Zudem ging er auf Reisen, um anderen Menschen seine Erkenntnisse zugänglich zu machen und sie in die Kunst der Reiki-Behandlung einzuweihen.

Die energetische Reiki-Massage geht auf Chujiro Hayashi zurück, Usuis wichtigsten Schüler. Dr. Hayashi übernahm Usuis Reiki-Klinik in Tokio, als der erste Reiki-Meister im Jahr 1926 verstarb. Im Sinne Usuis entwickelte Hayashi auch die zwölf Handpositionen der Reiki-Vollbehandlung.

Bis heute wird Reiki vom Meister an den Schüler weitergegeben, und so gelangte die Reiki-Massage schließlich in den Westen: Die erste nicht japanische Reiki-Meisterin Hawayo Takata unterwies die Amerikanerin Mary McFadyen, die diese Form der Energiearbeit im Jahr 1981 auch in Europa etablierte.

Reiki: Medizin, Wellness oder Esoterik?

Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte ist es schwierig, Reiki einer traditionellen Heil- oder Gesundheitslehre zuzuordnen. Dass Berührung, das Auflegen der Hände, heilsam wirken kann, ist seit Menschheitsgedenken bekannt. Bei der ursprünglichen Reiki-Massage bzw. Reiki-Behandlung geht es jedoch um mehr als nur geistige und körperliche Gesundheit: Ziel ist, dass der Behandelte selbst irgendwann Satori erreicht, also erleuchtet wird.

Weil Erleuchtung in der westlichen Welt eine eher untergeordnete Rolle spielt, grenzen Anhänger der Lehre das Japanische Traditionelle Reiki vom Reiki Westlicher Art ab.

Reiki-Heiler sehen bei der Energiearbeit nicht ihre eigenen Kräfte am Werk. Sie verstehen sich als Gefäß, als Kanal für die universelle Lebenskraft. Dieser Kanal, so die Lehre, ist Nichteingeweihten verschlossen; er öffnet sich erst bei der Reiki-Ausbildung durch Einweihung in die verschiedenen Erkenntnis- und Fertigkeitsstufen.

Weil die Heilenergie nicht dem Heiler selbst entstammt, kann er sogar sich selbst damit heilen. Ebenso lässt sich Reiki zur Heilung von Pflanzen und Tieren anwenden.

Rituale der Einweihung, die Nutzung einer allumfassenden Kraft, geheimnisvolle Reiki-Symbole, deren Wirkung sich erst Eingeweihten auf hoher Stufe erschließt: All das hat dafür gesorgt, dass Reiki in weiten Kreisen eher als Esoterik denn als Heilkunst gilt. Nichtsdestotrotz gibt es ausreichend Erfahrungsberichte von Menschen, deren Beschwerden und Leiden sich nach einer Reiki-Behandlung gebessert haben. Nicht wenige schwören auf die Reiki-Massage zur Klärung der Sinne, zur Blutreinigung und Anregung des Stoffwechsels. Reiki-Massagen westlicher Prägung werden mittlerweile auch im Wellnessbereich angeboten.

Worin unterscheiden sich Reiki und die Reiki-Massage?

Eigentlich gibt es hier keinen Unterschied, sondern lediglich weiteren Definitionsbedarf: Reiki ist Usuis Gesamtkonzept, ein komplexes System, das nur Eingeweihten zugänglich ist und bei laienhafter Anwendung Schaden anrichten kann. Die Reiki-Massage nach Dr. Hayashi kann als einleitendes oder abschließendes Ritual eine Reiki-Behandlung begleiten bzw. ergänzen, sollte nach der Lehre jedoch nicht unabhängig davon ausgeführt werden.

Der japanische Name der Reiki-Massage lautet Ketsueki Kokan Ho, was übersetzt so viel bedeutet wie „Blutaustauschtechnik“. Dabei stimuliert der Heiler bestimmte Energieleitbahnen (Meridiane) und Energiepunkte des Körpers, um den Abtransport der durch die Gesamtbehandlung gelösten Giftstoffe zu erleichtern und zu beschleunigen. Das geschieht durch sachtes bis kräftiges Klopfen und Streichen von Rücken und Beinen.

Im Wellnessbereich wird die westliche Reiki-Massage auch als Einzelbehandlung und Entspannungsmassage offeriert, häufig in Kombination mit Akupressur oder einer Reflexzonenmassage der Füße und Hände. Selbst bei einer Reiki-Massage des ganzen Körpers behält der Klient seine Kleider an.

Kann jeder die Reiki-Massage erlernen?

Im ursprünglichen japanischen Reiki ist die Lehrbefugnis an den Meistergrad gebunden. Für Interessierte bedeutet das: Wer Reiki oder die Reiki-Massage selbst anwenden möchte, muss sich auf die Suche nach einem Reiki-Meister machen, der ihn unterweist.

Auch in Deutschland werden Reiki-Kurse für Laien angeboten. Wer Talent hat, sich berufen fühlt und bereit ist, die Kosten zu tragen, kann bis zur höchsten Einweihungsstufe gelangen und selbst Reiki-Meister werden.

Dabei sollte aber nie vergessen werden, dass Reiki keine medizinische, sondern eine alternativmedizinische Anwendung ist. Bei Muskelverspannungen, Bandscheibenproblemen und anderen orthopädischen oder neurologischen Befunden kann und soll die Reiki-Massage keine ärztliche Behandlung oder Physiotherapie ersetzen; allenfalls kann sie, am besten nach Absprache mit dem behandelnden Mediziner, therapiebegleitend und -unterstützend eingesetzt werden.

Tipps:

  • Therapeuten, die Reiki als Allheilmittel anbieten und Heilversprechen selbst bei schweren Erkrankungen geben, sind mit Vorsicht zu betrachten.
  • Eine Reiki-Behandlung kann nicht vom Arzt verschrieben werden und wird auch nicht von der Krankenkasse bezahlt.
  • Wer einen Reiki-Kurs oder ein Reiki-Seminar besuchen möchte, sollte vorher die Preise verschiedener Anbieter vergleichen. Empfehlenswert sind auch sogenannte Schnupperkurse, in denen man Lehre und Lehrer besser kennenlernen kann.

Die Lebensregeln des Reiki sind für jeden Menschen gut

So geheimnisumwittert und umstritten Reiki als Gesamtlehre ist, so klar und eindeutig sind die Reiki-Lebensregeln, die Gründer Mikao Usui ebenfalls vom heiligen Berg Kurama zurückbrachte. Sie können jedem von Stress, Hektik und Reizüberflutung geplagten Menschen als Leitfaden dienen und ihn daran erinnern, was wirklich wichtig ist.

Hier sind die fünf Prinzipien des Reiki, wie sie von Mikao Usui schriftlich hinterlassen wurden, in ihrer gebräuchlichsten westlichen Auslegung.

  1. Ärgere Dich nicht (Ikaruna)
  2. Sorge Dich nicht (Shimpai suna)
  3. Sei dankbar (Kansha shite)
  4. Arbeite fleißig (Gyō o hakeme)
  5. Sei freundlich zu allen (Hito ni shinsetsu ni)

Ihnen vorangestellt ist der Hinweis „Kyō dake wa“, das heißt: Zumindest heute.

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