Paradies-Diät - himmlisch leicht abnehmen?

Soviel essen, wie man will, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Mit der Paradies-Diät soll das gehen – allerdings funktioniert die Wunderkur nur, wenn man ausschließlich rohes Obst und Gemüse zu sich nimmt. Wir erklären, wie es geht und was Sie bei der Diät beachten müssen.

Obst und Gemüse: Rohe Energiespender

Rohkost als Hauptbestandteil der Paradiesdiät

Zahlreiche alternative Formen der Ernährung haben ihren Eingang in die Welt des Mainstreams gefunden. Während Vegetarier und Veganer noch relativ bekannt sind, finden immer mehr neue Ernährungstrends ihren Weg - meist aus den USA - nach Deutschland. Neben der Paleo-Diät (Essen wie in der Steinzeit) kommt nun mit der Paradies-Diät eine weitere Ernährungsweise zu uns, die sich auf die Nahrung unserer Vorfahren besinnen soll.

Die Paradies-Diät basiert auf der Idee, dass alle Nährstoffe, die der Körper benötigt, aus (ausschließlich rohem) Obst und Gemüse gewonnen werden können. Ob Eiweiß, Kohlenhydrate oder lebenswichtige Vitamine – mit genug Datteln, Bananen und Nüssen soll der tägliche Bedarf gedeckt werden. Wie gut das funktionieren kann, hat der österreichische Autor Bernhard Salomon bewiesen – seit einem Jahr ernährt er sich ausschließlich von Obst und Gemüse.

Auf den Körper hat diese Art der Ernährung ganz erstaunliche Auswirkungen: Neben dem Gewichtsverlust berichten Anwender dieser Diät auch von mehr Energie, mehr Bewegungsfreude, einer besseren Verdauung - und angeblich manchmal auch ganz ungewöhnlichen Folgen wie die Veränderung der Augenfarbe. Zumindest wenn man den Anhängern der Paradies-Diät glauben schenkt.

Vegane Ernährung

Die Umstellung von einer klassischen Mischkost hin zur veganen Rohkosternährung kann ziemlich schwer sein. Man muss sehr gut darauf achten, welche Obstsorten man täglich isst, um alle wichtigen Nährstoffe abzudecken. Außerdem muss man bei der Paradies-Diät sehr, sehr viel essen. Salomon schreibt, dass er an einem durchschnittlichen Tag 12 Bananen, 2 Salatköpfe, 20 Datteln, 5 Orangen, 3 Mangos und mehrere Handvoll Nüsse und anderen Obstsorten isst.

Wichtig ist außerdem auch, dass alles komplett roh verzehrt wird – Hitze würde den enthaltenen Nährstoffen zu sehr schaden. Smoothies oder Säfte sind allerdings kein Problem und sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Davon kann man auch soviel trinken, wie man will – nur künstliche Zusätze wie Zucker oder Salz sind verboten.

Fitness und Gesundheit durch Rohkost

Die Vorteile der Paradies-Diät liegen auf der Hand: Viele Vitamine und pflanzliche Nährstoffe finden so ihren Weg in den Körper. Der Verzicht auf Alkohol, tierische Fette und Zusatzstoffe sorgt dafür, dass das Verdauungssystem nicht so lange mit der Verdauung und dem Abbau von Giftstoffen beschäftigt ist. So kann der Körper sich insgesamt mehr auf die Regeneration der Zellen konzentrieren.

Fans der rohen Ernährungsweise schwören, dass ihr Verdauungssystem besser funktioniert und sie kaum noch von Infektionskrankheiten geplagt werden. Dazu kommt der Gewichtsverlust, der gerade in den ersten Wochen sehr groß ausfallen kann – die Diät wirkt im Prinzip wie eine Fastenkur und baut Wasserreserven im Körper ab. Da der Körper quasi von alleine Fett abbaut, sorgt Sport noch stärker als normalerweise für den Muskelaufbau. Körperliche Aktivität wirkt effektiver als vor der Diät.

Tipp: Viele Menschen stellen ihre Ernährung dauerhaft auf die vegane Rohkost um, aber auch eine kurzfristige Kur kann gut funktionieren. Hier steht dann eher das Gewicht im Vordergrund, weil sich in zwei Wochen noch keine langfristigen, körperlichen Folgen einstellen können.

Die 10 besten Nahrungsmittel für die Paradies-Diät

  1. Bananen liefern nicht nur sehr viele Kalorien, die der Körper braucht, sondern sind auch noch reich an Kohlenhydraten. Kochbananen sind besonders effektiv und sättigen den Körper gut.
  2. Zehn Prozent der Ernährung sollte aus pflanzlichen Fetten bestehen. Avocados sind dafür der perfekte Lieferant.
  3. Datteln enthalten viel Zucker und damit Kohlenhydrate. Um genug Power für den Tag zu haben, sind die getrockneten Früchte unentbehrlich.
  4. Walnüsse liefern Fett und regen die Hirnaktivität an.
  5. Mangos enthalten fast alle relevanten Nährstoffe und viel Flüssigkeit.
  6. Endiviensalat enthält Eiweiß und sollte vor allem am Abend gegessen werden.
  7. 80 Prozent der Nährstoffe sollten auf Kohlenhydraten basieren. Zucker ist ein guter Powerlieferant und ist in fast allen Obstsorten enthalten. Orangen liefern dazu noch zusätzlich jede Menge Vitamine.
  8. Knoblauch und Schnittlauch sorgen für die richtige Würze – auch roh!
  9. Wasser ist unersetzlich – mindestens drei Liter sollten jeden Tag ihren Weg in den Körper finden.
  10. Immer nur Rohkost ist langweilig? Smoothies sind perfekt, um leckeren Geschmack mit vielen Nährstoffen zu verbinden.

Paradies-Diät ist nicht für jeden geeignet

Viele Anwender sind begeistert von der veganen Rohkost-Diät. Allerdings ist diese Ernährungsweise nicht für jeden geeignet. Schließlich verzichtet man auf alles außer Obst und Gemüse - im Endeffekt ist die Paradies-Diät eine Fastenkur und sollte genau so behandelt werden. Wer mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, sollte vor der Diät mit einem Arzt sprechen und sich währenddessen regelmäßig untersuchen lassen.

Tipp: Gerade in den ersten Wochen können Heißhunger und Gier groß sein. Denken Sie daran: Sie können soviel Obst und Gemüse essen, wie Sie wollen. Nach ein bis zwei Bananen und einer Handvoll Nüssen sollte sich jeder Appetit auf Fleischesgelüste erledigt haben.

Viele Skeptiker kritisieren, dass die Befürworter der Diät wie der Autor Bernhard Salomon oder die Ernährungsberaterin Veronika Lichtner-Hoyer der veganen Ernährung viel zu viele positive Effekte zuschreiben. Es ist schließlich unwahrscheinlich, dass sich durch eine Fastenkur die Augenfarbe verändert oder sich der komplette umstellt und man sich 30 Jahre jünger fühlt. Außerdem umgibt das Thema eine merkwürdige, esoterische Aura, die - laut einigen Kritikern - schon fast ins Sektenhafte abrutscht. Machen Sie sich also am besten Ihr eigenes Bild.

Bildnachweis:
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