Babymassage fördert die Bindung und Entwicklung

Eine Massage belebt, erfrischt, tut gut. Und was bei großen Leuten gilt, gilt auch bei kleinen. Seit einigen Jahren erfreut sich die Babymassage deshalb wachsender Beliebtheit. Zwar nicht unbedingt gegen Verspannungen und Migräne der Säugline, dafür hilft sie gegen vielseitige Probleme wie Blähungen oder Koliken. Und: sie fördert auf angenehme Weise die Bindung zwischen Babys und ihren Eltern.

Massage für Babys und Kleinkinder

Manche blicken verträumt durch die Gegend. Manche werden ganz aufgeregt. Einige kichern vor sich hin. Andere schauen andächtig in die Augen ihrer Mutter. Fest steht: Jedes Baby reagiert ganz anders auf Babymassage. Aber fast jedem tun die sanften und rhythmischen Bewegungen in vielfältiger Weise gut.

Kommunikation durch Berührung

Dabei darf die Babymassage gerne als Kommunikationsform wahrgenommen werden. Denn gerade Babys erfahren ihre Umgebung häufig über die Haut. Jede Berührung ist deshalb auch ein Dialog zwischen den Eltern und ihrem Baby und eine sehr intensive Form der Zuwendung und der Aufmerksamkeit, die Eltern ihrem Kind schenken können. Gleichzeitig bauen Eltern dadurch mögliche Unsicherheiten im Umgang mit dem kleinen und schützenswerten Wesen ab.

Doch eine Babymassage bewirkt mehr als ein paar entspannende Minuten für Eltern und Kind. Sie regt viele Körperfunktionen positiv an.

Die Top 3 der wichtigsten Vorteile der Babymassage:

  • „Oh, das gehört ja auch noch zu meinem Körper“: Was merkwürdig klingt, entspricht der Realität kleiner Kinder. Sie haben noch keinen vollumfänglichen Blick für ihren eigenen Körper. Durch die Massage erfahren sie, was zu ihnen gehört und wie verschieden sich die Massage von Kopf bis Fuß anfühlen kann.
  • „Jetzt bin ich aber entspannt“: Auch Babys haben Stress! Hunger, Durst, Müdigkeit, Ängste und die täglich neuen Eindrücke können Stressfaktoren sein, die mit einer Babymassage Beruhigung erfahren. Viele Babys bauen bei einer Massage überschüssige Energie ab und können Stress besser verarbeiten.
  • „Ich fühle mich besser“: Eine Babymassage hat positive Auswirkungen auf das Immunsystem. Sie sorgt für eine bessere Durchblutung, intensiviert die Atmung, reguliert die Verdauung und kann dadurch Koliken oder Blähungen bessern. Und tatsächlich: Auch bei Verspannungen helfen die sanften Griffe wunderbar!

Ruhe – Wärme – Langsamkeit: So funktioniert die Babymassage

Sanfte Baby-Massagetechniken

Zugegeben: Es mutet vielleicht ein wenig seltsam an, wenn zehn leicht aufgeregte Mütter im Babymassagekurs vor ihren Babys sitzen und hypnotisch-rhythmisch Babyöl auf den jauchzenden Körpern verteilen. Doch gerade am Anfang können Kurse die nötigen Impulse zur richtigen Anwendung der Babymassage geben. Sicherlich kann sie aber auch zu Hause ausprobiert werden. Ganz wichtig dabei: Die nötige Ruhe! Eine Babymassage ist nichts, das man mal eben zwischendurch oder hektisch zwischen zwei Terminen erledigt.

Sie findet am besten in einer Atmosphäre von Ruhe und Entspannung statt. Ein idealer Zeitpunkt kann es sein, wenn das Baby gerade geschlafen hat und besonders ausgeruht ist. Viele Eltern nutzen die Babymassage aber auch als Abendritual vor dem zu Bett gehen. Unabhängig von der Uhrzeit ist es vor allem das Rituelle, was für das Baby wichtig ist. Achten Sie deshalb darauf, bestimmte Dinge immer auf die gleiche Weise zu tun.

  • Die Räumlichkeit: Als Massageort sollten Sie immer denselben Raum wählen. Gut geeignet ist beispielsweise das wohl temperierte Badezimmer direkt nach dem Bad, das Babybett oder – wenn sich Ihr Kind dort wohlfühlt – der Wickeltisch.
  • Die Temperatur: Achten Sie auf eine wohlige Temperatur. 23 bis 25 Grad dürfen es schon sein, damit Baby sich nackt wirklich wohl fühlt. Notfalls tut es auch ein Heizlüfter, der aus einiger Entfernung schnell für angenehme Wärme sorgt.
  • Die Atmosphäre: Durch ruhige Musik und gedämpftes Licht können Sie den Entspannungseffekt der Babymassage noch verstärken.
  • Der Ablauf: Gerade Babys sind Rituale besonders wichtig. Achten Sie deshalb darauf, die Massage nach Möglichkeit immer zur gleichen Uhrzeit durchzuführen, bzw. an ein bestimmtes Ritual zu binden (zum Beispiel nach dem Baden oder vor dem zu Bett gehen). Auch der Ablauf der Massage sollte immer gleich sein. So gewöhnt sich Ihr Kleines schnell an die zärtlichen Berührungen und weiß, was gleich kommt. Das gibt Sicherheit und schenkt Vertrauen!

Bei den ersten Massageversuchen beobachten Sie Ihr Baby ganz genau. Bleibt es ruhig? Wird es zappelig? Weint es sogar? Das muss nicht unbedingt mit einem unbehaglichen Gefühl zusammenhängen. Vielmehr ist es häufig das Unbekannte, das unsicher macht.

Drei kleine Anfängerübungen:

  • Legen Sie Ihr Baby auf den Bauch und massieren Sie in kreisenden Bewegungen von der linken zur rechten Schulter, dann vorsichtig entlang der Wirbelsäule bis zum Gesäß.
  • Öffnen Sie die meist zur Faust geballten Hände Ihres Babys und legen Sie den Daumen in die Handinnenfläche. Dann beginnen Sie mit dem sanften Ausstreichen bis zu den Fingern und der kreisenden Massage der Handinnenfläche. Das regt den Stoffwechsel an!
  • Nehmen Sie jeweils ein Bein Ihres Babys in beide Hände und streichen Sie von den Oberschenkeln hinunter bis zu den Füßen. Im Anschluss massieren Sie die Fußsohlen und jeden einzelnen Zeh mit wenig Druck.

Alle Massagebewegungen sollten sanft, ruhig und harmonisch durchgeführt werden. Mit der Zeit können Sie die Intensität leicht erhöhen und an die Bedürfnisse des Babys anpassen. Wichtig ist dabei, die Techniken beidseitig und im gleichen Rhythmus durchzuführen. Für die Massage geeignet sind am besten hochwertige Pflanzenöle wie Mandel- oder Ringelblumenöl.

Wellness für Babys

Wenn Ihr Baby größer ist, können Sie auch einen Massageigel zur sanften Massage nutzen. Übrigens: Eine Massage mit einem solchen Massageball verspricht auch sanfte Hilfe bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft.

Beruhigter atmen – besser kommunizieren

Das Schöne: Nicht nur das Baby profitiert von der zärtlichen Körperbehandlung. Auch Mama und Papa tun sich selbst etwas Gutes. Neben einer beruhigten und regulierten Atmung während des Massierens sind es vor allem die zwischenmenschlichen Aspekte, die durch die Babymassage gefördert werden. Die Bindung zwischen Eltern und Kind wird gestärkt. Viele Eltern verspüren zudem einen besseren körperlichen Zugang zum Baby. Kindliche Bedürfnisse können bei regelmäßiger Massage häufig richtig gedeutet werden. Die Folge: Die non-verbale Kommunikation verbessert sich! Na wenn das nicht Grund genug zum loslegen ist…

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