Ist Lachen wirklich gesund?

Lachen ist gesund – das ist eine Volksweisheit, die immer wieder gerne zitiert wird. Doch wie viel Wahrheit dahinter? Wir klären über die positiven Effekte des Lachens auf.

Fröhliche Menschen leben länger

Lachen macht gesund

Zunächst einmal die wissenschaftlichen Fakten: Beim Lachen wird der Körper besonders intensiv mit Sauerstoff versorgt, die Lungenfunktion wird gestärkt und die inneren Organe werden durch die Bewegung leicht massiert. Das sind allerdings nur die direkten körperlichen Effekte des Lachens. Seit einigen Jahrzehnten wird auch die psychomedizinische Wirkung von Lachanfällen untersucht.

Anlass dafür war das Schicksal des schwerkranken Journalisten Norman Cousins. Der Mann litt an einer Muskelerkrankung, die laut seinen Ärzten tödlich enden würde. Nachdem er das Krankenhaus auf eigenen Wunsch verlassen hatte und seine eigene „Therapie“ in einer fröhlicheren Atmosphäre mit stundenlangen Lachanfällen (er schaute sich unter anderem lustige Videos an oder las witzige Bücher) begonnen hatte, gingen die Symptome der Krankheit zurück. Er stellte beispielsweise bald fest, dass seine Schmerzen weitgehend nachließen, nachdem er etwa zehn Minuten lang intensiv gelacht hatte. Von diesem Erfolg inspiriert widmete Cousins sein Leben der Lachforschung (auch Gelotologie genannt).

Die Ergebnisse dieser Forschung sind vielversprechend. Auch wenn keine spontanen Wunderheilungen versprochen werden können, hat häufiges und intensives Lachen eine positive Auswirkung auf den ganzen Körper. Die Lebenserwartung von lebensfrohen Menschen ist gegenüber ernsten Personen sogar leicht erhöht.

Zwei Minuten Lachen entspricht 20 Minuten Joggen

Besonders spannend sind die Forschungsergebnisse eines indischen Mediziners: Da beim Lachen fast alle Muskeln im Körper angespannt werden und zahlreiche Hormone ausgeschüttet werden, hat ein kleiner Lachanfall fast denselben Effekt wie eine Joggingrunde. Besonders das Herz und die Muskeln werden auf ähnliche Weise gefordert. Auch die anschließende Phase der Muskelentspannung und die Hormonausschüttung lässt sich vergleichen.

Tipp: Laut den wissenschaftlichen Erkenntnissen muss das Lachen gar nicht unbedingt ernst gemeint sein. Lachen ohne Grund wirkt genau so positiv auf den Körper wie ein richtiger Lachanfall.

Auf Basis dieser Erkenntnis finden in vielen Städten regelmäßige Treffen von Gleichgesinnten statt – in Deutschland gibt es bereits etwa 150 Lach-Clubs, die sich zum anlasslosen Lachen treffen. In der Gruppe wirkt das Lachen ansteckend und kann sich so von der einfachen Atemübung zu ausgelassenem Gelächter entwickeln. Manche schwören aber auch ganz ernsthaft auf sogenanntes Lachyoga.

Lachen ist die beste Medizin – Psychologisch gesehen

Lachen ist gesund

Kaum eine andere Körperreaktion ist so eng mit den menschlichen Emotionen verknüpft wie das Lachen. Der Lächelreflex bei Babies sorgt dafür, dass Kinder etwa 400 Mal am Tag lachen oder lächeln. Bei Erwachsenen ist diese Zahl deutlich geringer. Schade eigentlich – zahlreiche negative Emotionen und Krankheiten können mit mehr Fröhlichkeit gekontert werden.

Tipp: Auch im Alltag lassen sich Lachübungen einfach einbauen. Wenn Sie nicht schief angeschaut werden wollen, sollten Sie diese Übungen aber in einer ruhigen Umgebung durchführen.

Stress ist das beste Beispiel für die positive Wirkung von Gelächter. An und für sich ist Stress eine normale Körperreaktion. Erst, wenn der Stress gehäuft auftritt und körperliche Symptome wie Schlaflosigkeit oder Bauchschmerzen auslöst, wird er zum Problem. Eine körperliche Stressreaktion lässt sich durch ständige nervliche Anspannung charakterisieren. Wird Stress zum Problem, wird diese Anspannung nicht mehr oft genug entlastet. Hier kommt das Lachen ins Spiel.

Lachen sorgt für eine gleichmäßige An- und Entspannung des Körpers. Zunächst steigen Blutdruck, Herzfrequenz und Anspannung, nur um sich nach wenigen Minuten von ganz alleine wieder zu senken. Der gewünschte Effekt ist dabei auch langfristig zu beobachten.

Tipp: Sie wollen gerne von den positiven Effekten des Lachens profitieren, laute Lachanfälle sind aber nicht Ihr Ding? Kein Problem: Lächeln hat zwar keinen ganz so großen Effekt für den Körper, ist aber trotzdem ein guter Weg, um Anspannung abzubauen. Lächeln Sie sich morgens im Spiegel selbst an oder lächeln Sie am Telefon. Das sieht nicht nur gut aus, es wirkt sich ebenfalls positiv auf Körper, Seele und Stimme aus.

Die 5 besten Effekte, die Lachen auf den Körper hat

  1. Stressminderung und Entspannung der Muskeln lindert Schmerzen
  2. Muskeltraining im Gesicht beugt Falten vor
  3. Der Botenstoff Serotonin macht glücklich und entspannt
  4. Die intensive Atmung sorgt für einen Sauerstoffboost, der den Körper erfrischt
  5. Lachen ist sexy – besonders Männer achten bei der Partnerwahl auf dieses Merkmal

Lachen als Schmerztherapie

Besonders interessant ist der aktuelle Trend hin zur Lachtherapie bei chronischen Schmerzen. Immer mehr Mediziner lassen sich in Fortbildungen von den positiven Auswirkungen des Lachens begeistern. Neben den zahlreichen guten Effekten, die das Lachen auf den Körper hat, kann das Lachen auch bei der Schmerztherapie helfen.

Bei chronischen Schmerzen im Bewegungsapparat liegt das Problem meistens in der Skelettmuskulatur. Durch das durchgehende Anspannen sind diese Muskeln extrem gereizt und tragen damit zum Unwohlsein bei. Regelmäßiges Lachen entspannt und massiert diese sehr tief liegenden Muskelstränge und kann damit zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Ein interessanter Ansatz, der derzeit Furore in der Welt der Medizin macht.

Lachen und Hormone – Wie das Immunsystem von Fröhlichkeit profitiert

Der genaue Zusammenhang von Lachanfällen und einer gestärkten Immunabwehr ist noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich beeinflusst die körperliche Reaktion beim Lachen das Lustzentrum im Hirn – das limbische System ist während des Lachens nämlich besonders aktiv. Die regelmäßigen Hirnwellen verraten, dass der Körper während eines Lachanfalls aktiv Hormone produziert. Welche Auswirkungen das haben kann, wird aktuell in der Wissenschaft diskutiert.

Manche Forscher beobachteten nach einem Lachanfall bei verschiedenen Testpersonen eine erhöhte Anzahl von Immunzellen und Antikörpern im Blut. Vermutlich besteht ein Zusammenhang zwischen einer positiven Lebenseinstellung mit vielen Lachanfällen und einer gesunden Immunabwehr.

Übrigens: Man kann sich auch glücklich essen. Welche Lebensmitteln wahre Glücksboten sind, lesen Sie hier.

Bildnachweis
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