Sauna oder Dampfbad?

Viel mehr als nur eine Typfrage

Heiß und trocken oder warm und feucht? Auf diese Frage lässt sich der Gegensatz zwischen Sauna und Dampfbad herunterbrechen. Allerdings geht es dabei um mehr als nur persönliche Vorlieben. Wir erklären die größten Unterschiede.

Die größten Unterschiede zwischen Sauna und Dampfbad

Sauna AufgussZunächst einmal die Basics: Die traditionelle, finnische Sauna hat in der Regel eine Temperatur von 80°C bis 100°C und eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit. Das Dampfbad dagegen hat maximal 50°C, aber dafür eine so hohe Luftfeuchtigkeit. Beides hilft effektiv beim Schwitzen - auch wenn die Wirkungsweisen unterschiedlicher nicht sein können.

Übrigens: Zum Saunieren gibt es keine Altersgrenze. Allerdings sollten Babys und Kinder vorsichtig ans Saunieren herangeführt werden - zum Beispiel mit dem Besuch in der Bio-Sauna mit niedrigeren Temperaturen. Für Schwangere und auch für ältere Menschen ist diese Niedrigtemperatursauna ideal.

Die goldenen Regeln für richtiges und entspanntes Saunieren finden Sie hier.

Auch die Einrichtung unterscheidet sich deutlich: In der Sauna gibt es in der Regel Holzbänke auf mehreren Ebenen und einen heißen Saunaofen. Besucher nehmen ihr Handtuch mit hinein und breiten es unter sich aus - so gelangt kein Schweiß auf das Holz. Dampfbäder hingegen sind gefliest und nebelig. Das Handtuch bleibt draußen, dafür gibt es einen Schlauch, mit dem man die Sitzbänke vor dem Dampfbad kurz abbrausen sollte.

Sauna – traditionelles Schwitzen bei 100°C

Paar in der SaunaDas Ziel der Sauna ist das Schwitzen. Schweiß hat einen ganz klaren Nutzen: Er kühlt die Haut bei extremen Temperaturen ab und hilft dabei, Giftstoffe aus dem Körper zu befördern. Die Sauna verbindet Entspannung mit einer intensiven Anregung des Kreislaufes – zum einen durch die Hitze, zum anderen durch die Abkühlung nach dem Schwitzen. Beides hat einen sehr positiven Effekt auf den Körper.

Übrigens: Wenn Sie unter einem schwachen Kreislauf leiden, sollten Sie sich vorsichtig ans Saunieren herantasten – überfordern Sie Ihren Körper lieber nicht mit der Hitze!

Rund um den Globus gehört das Schwitzbad zu den beliebtesten Entspannungsformen und hat zahlreiche, regionale Sonderformen von der russischen Banja bis hin zur finnischen Blockhaussauna. Gut riechende Aufgüsse mit natürlichen Essenzen, Entspannungsphasen und Massagen machen die Saunatradition komplett.

10 positive Wirkungen der traditionellen Sauna

  1. Entspannung pur – die Wärme lockert die Muskeln und hilft gegen Verspannungen
  2. Der Kreislauf und die Durchblutung werden durch den Hitzereiz angeregt und durch die anschließende Abkühlung intensiv stimuliert
  3. Durch den Schweiß werden Giftstoffe und Krankheitserreger aus dem Körper transportiert – daher hilft die Sauna beim Entschlacken
  4. Das Immunsystem wird abgehärtet – das senkt die Infektionsanfälligkeit deutlich!
  5. Arthrose, Rheuma und chronische Rückenschmerzen können gelindert werden
  6. Schwangere Frauen profitieren ebenfalls von der entspannenden Wirkung der Sauna
  7. Saunabaden hat einen positiven Effekt auf die Haut, da sich in der Abkühlphase die Poren zusammenziehen und so trainiert werden
  8. Abgestorbene Hautzellen werden von dem Schweiß gelöst und abtransportiert
  9. Die Elastizität der Blutgefäße wird durch die schnellen Termperaturänderungen nach dem Schwitzen trainiert
  10. Der Stoffwechsel wird angeregt

Dampfbad – feucht, warm und gesund

Paar im DampfbadEntspannung, Ruhe und Reinigung – die Nebelgrotten versprechen sehr viel. Im Dampfbad steht vor allem der Wellnessgedanke im Vordergrund. Bei wohliger Wärme und aromatisiertem Dampf die Seele baumeln lassen und den Stress des Alltags vergessen – für viele Anwender einfach entspannend!

Auch für den Körper ist das Dampfbad weniger stressig – denn er muss bei weitem nicht so viel Schweiß produzieren, um sich selbst abzukühlen. Die Feuchtigkeit auf der Haut entsteht durch das kondensierende Wasser. Auch die Hauttemperatur steigt beim Dampfbad nicht so schnell an wie in der Sauna.

Das Wechselspiel zwischen heiß und kalt wirkt auch hier – nach dem Dampfbad ist ein Spaziergang an der frischen Luft oder ein kühles Tauchbad genau das Richtige für Körper und Seele.

Für wen ist das Dampfbad geeignet?

Gerade Sauna-Anfänger finden die eher milden Temperaturen im Dampfbad viel angenehmer als die trockene Hitze in der Sauna. Allerdings sind auch die gesundheitlichen Effekte weniger stark als bei der Sauna. Die feuchte Hitze wirkt zwar ebenfalls beruhigend auf die Haut und ist vor allem sehr gut für die Atemwege, aber der Effekt auf den Kreislauf ist weniger ausgeprägt. Für manche ist das aber gar kein so massiver Nachteil – denn für viele Anwender mit Kreislaufproblemen ist das Dampfbad eine tolle Alternative zur klassischen Sauna.

Tipp: Die empfohlene Dauer für ein Dampfbad liegt bei etwa 8 bis 15 Minuten. Sie können aber erst einmal mit einem kurzen Besuch beginnen, um sich langsam an die hohe Luftfeuchtigkeit heranzutasten.

Rasul-Peeling im DampfbadÜbrigens: In einem Dampfbad werden häufig auch Wellnesszeremonien wie Peelings und Einreibungen angeboten. Eine Wohltat für die Haut!

Besonders geeignet ist das Dampfbad für Menschen mit Atemwegsproblemen – ob nun Erkältung, gereizte Stimmbänder oder Asthma. Da der Dampf meistens mit Kräutern aromatisiert wurde und es im Dampfbad angenehm warm ist, können sich die Muskeln im Hals entspannen und die wertvollen Essenzen aus der Natur besser aufnehmen.

Sanfte Entspannung im Caldarium

Der Begriff Caldarium hat seinen Ursprung im Lateinischen. Calidus bedeutet 'warm' und 'heiß'. Mit einer vergleichsweise niedrigen Raumtemperatur von meist 40°C bis 45°C ist dieses Dampfbad kreislaufschonend und für temperatur- und hitzeempfindliche Menschen gut geeignet. Zusätzliche Duftessenzen können anregend wirken und die Atmung verbessern. Bereits die Römer schätzten die entspannende und regenerierende Wirkung des Caldariums. So werden Muskelverspannungen gelöst, das Immunsystem gestärkt, die Durchblutung gefördert.

Ein Kompromiss: Das Saunarium

Die heilende Wirkung sanfter Temperaturen, verbunden mit Erkenntnissen aus der Lichttherapie, wohltuenden Aromen und einem leichten Nebel – es ist kein Wunder, dass die Bio-Sauna so beliebt ist. Bei etwa 45°C und und einer Luftfeuchtigkeit von 50% kann sich der Körper schonend entspannen. Dieser Mittelweg zwischen klassischer Sauna und Dampfbad wird auch Saunarium genannt.

Tipp: In der Bio-Sauna können sie etwas länger bleiben – zwischen 15 und 30 Minuten wird als ideal angesehen.

Diese angenehme Alternative ist perfekt für Kinder oder ältere Personen geeignet, weil sie die wohltuende Entspannung mit einer kreislaufschonenden Temperatur kombiniert. Da man in der Bio-Sauna auf Aufgüsse verzichtet, wird der Luft meist ein natürliches Aroma beigemischt. Besonders beliebt sind Melissen- oder Birkendüfte. Auch das Licht spielt hier eine große Rolle: Mit Farben und wechselnden Lichtstimmungen kann sich der Körper noch besser entspannen.

Bildnachweis:

© Kzenon
© weseetheworld

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