Wenik-Aufguss: Sauna auf Sibirisch

Das Saunaerlebnis mit Birkenzweigen

Ein echter Klassiker der modernen Sauna-Kultur! Beim Wenik-Aufguss werden Birkenzweige in ihrem eigenen Sud getränkt und dann auf den Saunaofen geklopft. Wir verraten, welche positiven Effekte der Birkenaufguss hat und wie Sie Ihn selbst herstellen können.

Die Geschichte des Wenik-Aufgusses

Birkenzweige in der Banja

Seine Ursprünge hat der Wenik-Aufguss in Russland. „Wenik“ ist der Russische Name für die Birke – genau genommen die Birkenzweige, die zu Bündeln zusammengefasst werden und ein zentraler Bestandteil der Banja-Kultur sind. Banja ist nichts anderes als die russische Sauna (wörtlich: Badehaus) und steht neben der allgemeinen Behandlung auch für rituelle, verehrende Waschungen und Bäder.

Übrigens: In Russland wird mit der Birke nicht nur der Aufguss gemacht, sondern es geht auch so richtig zur Sache: Eingeweichte Birkenzweige werden beim klassischen Banja-Ritual auf den Rücken geschlagen – das regt die Blutzirkulation an und erzeugt ein angenehmes Gefühl der Entspannung.

Über die Zeit hinweg haben die Birkenzweige auch ihren Eingang in die finnische Saunakultur gefunden – und zwar als traditioneller Birkensud, den man für einen Aufguss verwendet. Dafür werden meist getrocknete Birkenzweige bis zu 36 Stunden in Wasser eingeweicht und geben so ihre wertvollen Inhaltsstoffe ab.

Im Gegensatz zu anderen Aufgüssen wird die Flüssigkeit bei einem Wenik-Aufguss nicht mit der Schöpfkelle auf dem Ofen verteilt, sondern die Birkenzweige werden in den Sud getaucht und dann auf den Ofen geschlagen. Dadurch verteilen sich die ätherischen Öle des Suds besonders gut in der Sauna und können schnell ihre Wirkung entfalten.

Ablauf des Wenik-Aufgusses in der Sauna

Aufgüsse machen aus dem Saunieren erst ein richtiges Erlebnis. Der Wenik-Aufguss ist dabei nicht umsonst einer der Klassiker im Repertoire der Saunameister – denn er versprüht ein ganz besonderes Aroma, hat eine positive Wirkung auf den Körper und ist vollkommen natürlich.

  • Am Anfang steht die Vorbereitung. Nach einer warmen Dusche und dem gründlichen Abtrocknen folgt der erste Saunagang. Dieser sollte etwa 15-20 Minuten dauern.
  • Etwa in der Mitte des erstes Saunagang kommt der Saunameister und gießt den Birkensud mit den Zweigen auf. Anschließend kann er die aromatisierte, feuchte Luft mit den Bündeln selbst verwedeln. Das Birkenaroma verbreitet sich schnell in der Sauna und wirkt sehr positiv auf den Körper.
  • Es folgt eine kurze Pause. Ideal für einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft.
  • Der zweite Gang sollte ebenfalls etwa 20 Minuten dauern. Hier erfolgt ein zweiter Wenik-Aufguss.
  • Kühlen Sie sich danach gut ab, zum Beispiel mit einer kalten Schwalldusche oder einem Tauchbad.

Tipp: Beim Wenik-Aufguss wird die Luftfeuchtigkeit in der Sauna sehr hoch. Dadurch wird der Aufguss viel heißer empfunden. Auch ist viel Wasser im Spiel – daher sollten Sie im Idealfall noch ein zweites, trockenes Handtuch parat haben.

Noch mehr Entspannung mit der Wenik-Massage

Birkenzweige in der SaunaTraditionell gehört zu einem Saunagang mit Wenik-Anteil auch das klassische „Abschlagen“ mit den Birkenzweigen. Aber keine Angst – diese Behandlung soll nicht weh tun, sondern nur die Durchblutung im Rücken anregen.

Im ersten Schritt werden die Zweige sanft auf den Rücken des Saunagast geschlagen. Danach gibt es noch die Möglichkeit, die Zweigbündel über den Körper zu rollen – viele Genießer lieben diese Art der sanften Massage. Das kann entweder schon in der Sauna passieren oder nachdem der Saunagang abgeschlossen ist, um den Entspannungseffekt noch zu verstärken.

5 positive Effekte des Birkenaufgusses

  1. Angenehmes Birkenaroma – vollkommen natürlich durch das Einweichen der frischen Zweige in Wasser
  2. Birke wirkt entzündungshemmend und ist perfekt bei leichten Hautreizungen. Gerbstoffe machen die Haut weicher und glatter
  3. Die ätherischen Öle in der Birke heben die Stimmung und sorgen für eine tiefe, psychische Entspannung
  4. Verschiedene Reizstoffe in der Pflanze regen den Kreislauf und die Durchblutung an
  5. Der Wenik-Aufguss dient vor allem der Entschlackung – daher ist er sehr beliebt im Frühling

Einen Wenik-Aufguss selber machen – so geht’s!

Sie haben zuhause eine Sauna und wollen das authentische, finnische Erlebnis in Ihren eigenen vier Wänden haben? Sie können einen Birkenaufguss selber herstellen – hier ist Vorbereitung alles!

Die Birkenbündel, die bei einem Wenik-Aufguss benutzt werden, können entweder direkt aus Finnland importiert werden oder im heimischen Wald gesammelt werden. Der Frühjahr ist perfekt zum Sammeln geeignet, weil die Birkenblätter und -zweige dann besonders saftig, biegsam und voll mit Aromastoffen sind. Im Spätsommer hingegen sind die Birken verblüht und die Belastung mit Pollen ist gering. Allergiker sollten also erst im Spätsommer Birkenzwiege sammeln.

Tipp: Vermeiden Sie beim Sammeln dicht befahrene Straßen – Zweige aus dem Wald sind viel besser geeignet.

Schneiden Sie etwa 10 Zweige von etwa 15-20 cm Länge ab und binden Sie diese mit einem Seil zusammen. Getrocknet werden die Bündel dann langsam in einer halbschattigen bis sonnigen Ecke im Garten. Entweder legen Sie die Zweige auf einen Rost oder hängen sie einfach auf. Jetzt heißt es Geduld haben.

Mehrere Stunden vor dem Saunagang geben Sie die getrockneten Birkenbündel in einen Eimer mit heißem Wasser. Dort weichen die Äste ein und geben ihre Inhaltsstoffe ab. Im Anschluss duftet das Wasser herrlich nach Birke und kann in der Hitze der Sauna seine volle Kraft entfalten.

Übrigens: Sie können sich auch mit dem Sud einreiben oder abduschen – er wirkt haarwuchsfördernd und reinigend auf die Haut.

Bildnachweis:
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