Wenn die Zahnstellung den Kiefer belastet

Viele Menschen suchen jahrelang nach der Ursache ihrer Beschwerden: chronische Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, ein Knacken im Kiefergelenk, Tinnitus oder Schwindel. Die Diagnosen wechseln, die Symptome bleiben.
Was oft übersehen wird: Das erklärt, warum Zahnfehlstellungen oft nicht nur zu Kieferschmerzen führen, sondern auch auf scheinbar unabhängige Bereiche des Körpers ausstrahlen können – mit Symptomen wie Tinnitus, Schwindel, Kopfschmerzen oder Nackenverspannungen. Viele Patienten haben bereits eine jahrelange Arztodyssee hinter sich. Der Auslöser liegt nicht selten im Kiefer.

Was CMD ist – und wie sie entsteht

CMD – Craniomandibuläre Dysfunktion – ist eine Funktionsstörung des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann, darunter auch Zahnfehlstellungen. Eine ungleichmäßige Zahnstellung oder ein falscher Biss belasten das Kiefergelenk und können CMD-Symptome wie Kieferschmerzen, Kopfschmerzen und Nackenverspannungen verstärken.
Wesentlich für eine ungestörte Kaufunktion sind die biologisch vorgesehenen Zahnformen und Zahnstellungen im knöchernen Kiefer, wobei die Höcker und Grübchen der Zähne von Ober- und Unterkiefer gleichmäßigen und harmonischen Kontakt haben. Alle Abweichungen können das harmonische Ineinandergreifen stören; es entstehen Zahnfehlstellungen mit ungleichmäßigem Kontakt und sogenannten Vor- oder Frühkontakten.

Welche Symptome auf CMD hinweisen können

Das Beschwerdebild ist breit – und genau darin liegt das Tückische. Kopfschmerzen – sowohl Spannungskopfschmerzen als auch Migräne – gehören zu den häufigsten Symptomen bei craniomandibulärer Dysfunktion. Weitere typische CMD-Beschwerden sind Schmerzen im Bereich des Kiefergelenks und der Kaumuskeln.
Auch ein Knacken oder Reiben im Kiefergelenk beim Kauen sind charakteristisch. Aber auch Zahnschmerzen, erhöhte Empfindlichkeit der Zähne, Bewegungseinschränkungen des Unterkiefers, Verspannungen im Bereich von Schulter und Nacken, Gesichtsschmerzen und sogar Tinnitus und Schwindel können von den Kiefergelenken herrühren.
Studien zeigen, dass Frauen etwa doppelt so häufig von CMD betroffen sind wie Männer. Die Beschwerden treten meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals auf, können aber in jedem Alter entstehen.

Die Rolle der Kieferorthopädie bei CMD

Die kieferorthopädische Behandlung bei CMD beginnt in der Regel mit einer umfassenden Diagnostik. Der Kieferorthopäde untersucht dabei die Zahnstellung, die Kieferposition und die Beweglichkeit des Kiefergelenks. Anhand dieser Untersuchungen wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, der darauf abzielt, die Fehlstellungen zu korrigieren und die Beschwerden zu lindern.
Zahnspangen oder durchsichtige Aligner können dabei helfen, die Zahnstellung zu korrigieren und das Kiefergelenk zu entlasten. Eine Aufbissschiene ist oft der erste Schritt in der Behandlung von CMD.
Eine zeitgemäße CMD-Behandlung wird von unterschiedlichen Fachrichtungen durchgeführt: Zahnmedizin, Kieferorthopädie, Physiotherapie, Orthopädie und Schmerztherapie. Ziel ist es, ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Zähnen, Muskulatur, Kiefergelenk und Körperstatik wiederherzustellen.

Was die Behandlung bringen kann

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bei etwa 70 bis 85 Prozent der Patienten eine deutliche Verbesserung oder vollständige Beschwerdefreiheit erreicht werden kann, wenn die Zahnstellung eine wesentliche Rolle bei der CMD spielt.
Wer in der Region Köln unter Kieferproblemen leidet oder den Verdacht auf CMD hat, sollte frühzeitig einen spezialisierten Fachmann aufsuchen. Ein erfahrener Kieferorthopäde in Köln kann sowohl die Zahnstellung als auch die Kieferfunktion umfassend beurteilen und einen individuell abgestimmten Behandlungsplan entwickeln – bevor aus einer behandelbaren Fehlstellung ein chronisches Schmerzproblem wird.
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