Hamam

EiOrientalisches Hamamn Hamam (auch Hammam) ist ein türkisches Dampfbad und wird daher auch oft "türkisches Bad" genannt. Es handelt sich um eine Jahrhunderte alte, orientalische Institution. Im arabischen Raum sind Hamams aber auch heute noch ein fester Bestandteil der Badekultur.

Seinen Ursprung hat das Hamam im 8. Jahrhundert. Bereits im Osmanischen Reich nutzten viele Frauen und Männer das Hamam zum kommunikativen Austausch. Frauen sprachen über Schönheit oder suchten eine Braut für ihren Sohn, Männer machten Geschäfte und unterhielten sich über Politik und Religion. Seit Ende des 1980er sind Hamams auch in Deutschland zu finden und werden von Jahr zu Jahr beliebter.

Der Besuch in einem Hamam

Für den Aufenthalt in einem „türkischen Bad“ sollten sie sich viel Zeit nehmen. Zu Beginn wird die Kleidung in einem Umkleideraum, dem sogenannten „Camekan“ abgelegt. Dort erhalten Sie dann ein Leinentuch, das „Pestemal“, welches als Lendenschutz dient. In seltenen Fällen dürfen Sie unter dem Tuch auch eine Badehose oder einem Bikiniunterteil tragen. Auch heute noch werden die Bäder traditionell nach Geschlechtern getrennt, d.h. es gibt ein Frauen- und ein Männerbad. Während des gesamten Besuches leitet der „Tellak“ bzw. die „Natir“ (dies sind die traditionellen Namen für den Bademeister bzw. die Bademeisterin) den Gast in verschiedene Räume mit unterschiedlichen Temperaturen. Nach dem Umkleiden beginnt die Behandlung mit dem Abwaschen von Schmutz und Schweiß. Kupferschalen werden am Marmorbecken mit Wasser gefüllt und sitzend über den Körper gegossen. Dieser Vorgang wird entweder von Ihnen oder von dem Bademeister durchgeführt. Durch abwechselnde Kalt- und Warmgüsse erreichen Sie die verschiedenen Wirkungen. Die Temperatur in einem Hamam ist mit rund 45 Grad nicht so hoch wie in der finnischen Sauna.

Den Mittelpunkt des Dampfbades bildet eine große und beheizte Marmorplatte, der „Nabelstein“, auf die Sie sich nach der Reinigung mit dem nassen Baumwolltuch am Körper legen. Durch das Tragen des Tuches wird eine Unterkühlung oder Überhitzung des Körpers vermieden. Anschließend führt der Bademeister mit einem Spezialhandschuh, dem sogenannten „Kese“, ein Körperpeeling durch, bei dem die obersten Hautschichten entfernt werden. Der nächste Schritt ist die Seifenmassage, bei der Ihr ganzer Körper mit zartem Seifenschaum bedeckt ist und kreisenden Bewegungen massiert wird. Die Massage endet zumeist mit einer Teezeremonie und um die Behandlung perfekt abzuschließen werden Sie in den Ruheraum geführt, indem eine angenehme Temperatur zum Entspannen herrscht.

Regeln während des Aufenthalts

Neben der Geschlechtertrennung gibt es in einem Hamam weitere Verhaltensregeln, die einzuhalten sind. Informieren Sie sich vor dem Besuch über die Kleiderordnung in dem gewünschten Bad und bringen Sie das mit, was erwünscht wird. Das Tragen von Badeschlappen ist aufgrund der Hygiene überall Pflicht. Vor dem „türkischen Dampfbad“ sollten Sie sich außerdem duschen und den Frauen wird empfohlen sich abzuschminken. In den Bädern sowie auch im Ruheraum ist die freie Körper Kultur verboten und körperliche Annäherungen nicht erwünscht. Da man in einem Hamam zur Ruhe kommen möchte, sollte man Rücksicht auf die anderen Gäste nehmen und Unterhaltungen nur in einem leisten Ton führen.

Die Wirkung des Hamams

Der Besuch eines Hamams dient vor allem der körperlichen Reinigung sowie Entspannung und der geistigen Ruhe. Da die Gesundheit ein wichtiges Element bei einem „türkischen Bad“ ist, empfehlen es auch immer mehr Mediziner. Durch die Wärme und Dämpfe im gesamten Hamam werden die Poren der Haut geöffnet und die Durchblutung gefördert. Zusätzlich kurbelt die Wärme den Stoffwechsel sowie auch das Herz-Kreislauf-System an. Der gestärkte Kreislauf aktiviert außerdem die natürlichen Abwehrkräfte, die das ganze Jahr wichtig für ein gesundes Immunsystem sind. Wassergüsse und das anschließende Peeling reinigen die obersten Hautschichten und die gründlichen Waschungen mit Kernseife sorgen dafür, dass Giftstoffe des Körpers ausgeschieden werden. Auch Verspannungen in der Muskulatur können durch Verbindung von wohltuender Wärme und Massagen gelindert und gelöst werden.

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