Thai-Massage

Thai-Massage: Die uralte heilsame Berührung

In der traditionellen Thai-Massage (TTM) finden sich Elemente des indischen Yoga, der Akupressur und der Meridianlehre. Zur Harmonisierung und Mobilisation von Körper und Geist wird der Patient auch mal mit den Füßen bearbeitet – aber immer mit Liebe.

Entspannung durch Massagen

Ursprung und Anwendungsbereiche der Thai-Massage

Was hierzulande seit den 1990er Jahren als Thai-Massage angeboten wird, hat im asiatischen Raum eine Jahrtausende alte Tradition. In Thailand heißt diese Massagetechnik Nuad Phaen Boran, die Uralte Heilsame Berührung, und gehört zum Alltag. Dabei unterscheiden sich Thai-Massagen für Touristen oder im europäischen Wellnessbereich teilweise stark von der ursprünglichen Form.

In ihrer Heimat wird die Thai-Massage sowohl im familiären Rahmen als auch von Ärzten und in Krankenhäusern angewendet. Sie hilft bei alltäglichen Beschwerden, Schmerzen und Spannungen, mobilisiert Gelenke und Stoffwechsel und befreit den Geist. Zudem beugt sie Krankheiten vor, indem sie die Selbstheilungs- und Abwehrkräfte unterstützt.

Grundlage der Thai-Massage ist der Ayurveda (die traditionelle indische Heilkunst) mit Yoga (Bewegungstraining für Körper und Geist) sowie Ayurveda-Massagen. Als Gründervater gilt der indische Arzt Jivakar Kumar Bhaccha, der in Thailand bis heute als „Vater der Medizin“ geliebt und verehrt wird.

Harald Brust war der erste Europäer, der die alte Massagekunst außerhalb Thailands etablierte. Der 1955 geborene Meister der Thai-Massage praktizierte und publizierte unter dem Namen Asokananda und starb im Jahr 2005.

Prinzipien und Wirkungsweise der Thai-Massage

Bei den Mobilisationsübungen wie Strecken, Dehnen, bestimmten Bewegungsabläufen und Positionen orientiert sich die Thai-Massage an Yogaübungen, etwa dem Pflug, der Zange oder der Brücke. Dazu kommt eine Druckpunktmassage auf Basis der Lehre von den Energiebahnen (Meridianen) und Druckpunkten (Reflexpunkten, Marmapunkten) des menschlichen Körpers. Dazu nutzt der Masseur seine Daumen, Handballen und Ellenbogen, aber auch Knie und Füße.

Auch moderne Meister der Thai-Massage folgen den buddhistischen Prinzipen der Empathie, teilnehmenden Freude, Achtsamkeit und inneren Balance. Die Massage soll nicht nur kraftvoll, sondern auch mit Liebe und Hingabe ausgeführt werden. Der buddhistische Begriff dafür lautet Metta, was soviel bedeutet wie liebende Güte.

Die Thai-Massage aus westlicher Sicht

Auch bei westlich-schulmedizinischer Betrachtungsweise ist die Thai-Massage mehr als eine Wellnessanwendung.

Eine traditionelle Thai-Massage dauert rund zweieinhalb Stunden. Durch die lange Dauer, die gymnastischen Anteile und rhythmische, teils sehr kräftige Druck- und Massagebewegungen werden Wirbelsäule, Muskeln, Gewebe und Gelenke stark angesprochen, mobilisiert und erwärmt.

Sie verbessern die Durchblutung von Haut, Gewebe und inneren Organen und hellt die Stimmung auf.

Verspannungen lösen sich, der Stoffwechsel wird beschleunigt und der Muskeltonus nachhaltig verbessert.

Dehnung, Beugung und Streckung vertiefen die Atmung.

Rotationen und Zugbewegungen kräftigen Muskeln und Sehnen und stärken die Gelenke.

Manche Positionen regen, ähnlich der Lymphdrainage, den Fluss der Lymphe und damit den Abtransport von Abfall- und Schadstoffen an.

Yogaelemente verbessern nachweislich Gleichgewichtssinn, Haltung und Beweglichkeit, schulen die Körperwahrnehmung und stärken das Selbstvertrauen.

Die besondere Dynamik der Thai-Massage sorgt auch im Kopf für frischen Wind: Freunde der Thai-Massage erleben sie als Energieschub, Quelle neuer Inspiration und innerer Ausgeglichenheit sowie Garant für erholsamen Schlaf.

Wer profitiert von einer Thai-Massage?

Grundsätzlich kann jeder eine Thai-Massage genießen, der keine akuten Verletzungen, schweren Krankheiten, offenen Wunden oder starken Schmerzen hat, die den Nutzen verhindern. Im Zweifelsfall gilt die alte Regel: Zuerst den Hausarzt fragen.

Wer thailändische Massagetechniken in Deutschland erleben möchte, wird am schnellsten fündig in Wellnesseinrichtungen und Yogazentren. Oft gehören Thai-Massagen zum Angebot von Spa-Hotels; sie werden auch als Thai-Yoga-Massagen beworben. Zudem gibt es immer mehr private Praxen, in denen jeder eine Thai-Massage buchen kann.

Tipps:

  • Bei der Thai-Massage wird kein Öl eingesetzt, daher kann der Klient seine Kleider anbehalten.
  • Massiert wird auf einer Bodenmatte.
  • Masseure, die mehr wiegen als 50 Kilogramm, belasten den Körper des Patienten in der Regel nicht mit ihrem vollen Körpergewicht.
  • Thai-Massagen können bei Tinnitus (Ohrgeräuschen), Schwindel, Migräne, Reizhusten, Verdauungsproblemen und Gedächtnisstörungen helfen.
  • Zur traditionellen Thai-Massage gehören auch Hebetechniken, die Geborgenheits- und Glücksgefühle auslösen.
  • Viele Masseure grüßen vor der Behandlung Jivakar Kumar Bhaccha, den Vater der Heilunkst, mit den Worten „Om Namo Jivago“.
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