Ruhen oder tausend Schritte tun - was tun nach dem Essen?

Warum ruhen?

Das Ruhen gerade nach einem gehaltvollen Essen macht durchaus Sinn. Der Körper benötigt viel Energie für die Verdauung.

Verdauungsschlaf oder Bewegung

Im menschlichen Organismus gibt es drei Nervensysteme. Das sind der Sympathikus, der Parasympathikus und das enterische System. Sympathikus und Parasympathikus sind in vielerlei Hinsicht Antagonisten, also Gegenspieler. Die Körperfunktionen, die das eine System hemmt, aktiviert das andere, und umgekehrt. In Bezug auf die Verdauung bedeutet das, dass der Sympathikus die Verdauung hemmt, der Parasympathikus sie hingegen anregt.

Das enterische System wird gern auch als „Gehirn des Verdauungstraktes“ bezeichnet. Sympathikus und Parasympathikus üben zwar Einfluss darauf aus, das enterische System agiert jedoch nichtsdestotrotz weitestgehend unabhängig. Es registriert die Füllmenge von Magen und Darm und reguliert daraufhin die Darmbewegungen, die sogenannte Peristaltik.

Der Parasympathikus, der die Verdauung fördert, ist dann besonders aktiv, wenn der Körper sich im Ruhezustand befindet. Das muss nicht unbedingt ein tiefer Schlaf sein. Es reicht schon aus, sich hinzulegen oder zu entspannen.

Insofern ist eine Ruhepause insbesondere nach einer reichhaltigen Mahlzeit, die dem Verdauungssystem viel Arbeit macht, durchaus sinnvoll.

Ein Ausnahmefall tritt ein, wenn man zu Sodbrennen neigt. Im Magen wird der Speisebrei mit einer starken Säure angereichert. Gelangt der Brei mit dieser Säure in die Speiseröhre, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann auf Dauer zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Im Liegen fließt der Speisebrei leicht zurück in die Speiseröhre, wenn der Mageneingang nicht richtig verschließt.

Familienspaziergang in der NaturWarum tausend Schritte tun?

Obwohl der Körper bei moderater Bewegung nicht in den Ruhemodus schaltet, fördert diese die Verdauung. Beispielsweise bei einem Spaziergang wird die Muskulatur angeregt, auch im Magen-Darm-Trakt. Ein wichtiger Teil der Verdauungsarbeit ist die bereits erwähnte Peristaltik, also rhythmische Muskelkontraktionen, die den Speisebrei im Darm weiterbefördern.

Dabei sollte die Betonung auf „moderat“ liegen. Anstrengende Trainingseinheiten und Kraftsport brauchen einigen Abstand zu Hauptmahlzeiten.

Da nach dem Essen die Kohlenhydratspeicher im Körper gefüllt sind, verhindert ein Spaziergang sogar, dass die Nahrung „ansetzt“. Leichtes Ausdauertraining verbrennt Energie, die bei dieser Art Training in erster Linie aus Kohlenhydraten gewonnen wird.

Ruhen oder tausend Schritte tun? Geschmackssache!

Ob man nach dem Essen ruht oder tausend Schritte tut, muss also jeder für sich selbst entscheiden. Beides macht Sinn.

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