Unerkannt am Wegesrand: Köstliche Wildkräuter für die Küche

Zum Glück sprießen Wildkräuter auf Wiesen, am Wegesrand und in unseren Wäldern in beeindruckender Opulenz – wohl auch, weil wir nicht wissen, welche köstlichen Küchenschätze da oft unerkannt in freier Natur liegen. Die jungen, frischen Triebe und die zarten Pflänzchen des Frühlings sind reich an gesunden Wirkstoffen. Voller Frische warten Wildkräuter darauf, gepflückt zu werden und unseren Speisezettel zu bereichern.

Kochen mit Wildkräutern

Die jungen Triebe der Brennessel sind reich an Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium, pflanzliches Eiweiß und Vitamin C.Unser Wildkräuterstrauß

Brennnesseln übersehen wir oder wir können sie überhaupt nicht leiden. Aber ihre zarten, jungen Triebe liefern neben Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium und pflanzlichem Eiweiß dreißigmal (!) mehr wertvolles Vitamin C als herkömmlicher Kopfsalat. Würde sich der gesundheitliche Wert des Brennnesselkrauts noch mehr herumsprechen, kämen die kratzigen Stängel wohl nicht mehr so oft vor. Wer das Kraut unmittelbar über dem Boden abschneidet und die Stängel von unten nach oben abstreift, wird auch nicht verbrannt. Die zarten Brennnesselblättchen eignen sich gut für frische Frühlingssalate und leichte Suppen. In Olivenöl ausgebackene und anschließend gesalzene Brennnesselblätter ergeben knusprige Chips.

Der Dost hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Oregano, wie die Kenner der italienischen Küche feststellen werden. Darüber hinaus ist Dost auch mit dem Majoran verwandt. Sie alle verfügen über köstliche Aromen, ätherische Öle und über Gerbstoffe, die die Verdauung fördern und deftige Speisen viel bekömmlicher machen. Anzutreffen ist Dost an sonnenbeschienenen Orten, wo er als meterhohe Staude im heißen Sommer mit schönen, zartrosa Blüten geschmückt ist.

Der zähe Feind des Gärtners heißt Giersch. Hat er sich an einer Stelle des Gartens erst einmal festgesetzt, lässt er sich nur schwer bekämpfen.

Die Lösung des Problems: einfach Aufessen!

Jedem Salat geben die jungen, zarten Blättchen eine delikate, frische Note. Dabei ist Giersch besonders reich an Vitaminen, wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen. Die hellgrünen Blättchen wirken harntreibend und entzündungshemmend. Deshalb wurde Giersch früher gern als Heilpflanze gegen Rheuma und Gicht eingesetzt.

Der Volksmund verkündet: „Ist der Stängel kantig-rau, ist es Wiesenbärenklau“.

Tipp:

Haben sie Giersch, Gundermann und vielleicht auch Pfefferminze in Ihrem Kräutersträußchen? Hängen Sie das Sträußchen in klaren Apfelsaft, rühren Sie um und stellen Sie alles kalt. Mit einem Spritzer Zitronensaft und etwas sprudelndem Mineralwasser genießen sie die schönste Erfrischung des Sommers!

Wiesenbärenklau kann in der Küche besonders vielseitig verwendet werden. Die Stangen kann man schälen, wie Spargel zubereiten oder einfach roh verzehren. Die zarten, jungen Blätter des Wiesenbärenklaus bereichern jeden Salat als besondere Wildkräuter-Delikatesse.

Nun noch der Gundermann: Das Wildkraut ist auf humusreichen und feucht-schattigen Böden unter Bäumen oder in Rasenflächen zu finden. Gundermann ist ein Bodendecker, der kleine, lila Blüten hervorbringt. Die Blütchen sehen bei näherer Betrachtung beinahe wie Orchideenblüten aus. Die dunklen, kräftigen Blättchen entwickeln ein zartes Pfefferminzaroma. Taucht man sie in dunkle Schokolade, schmecken sie gerade wie die handelsübliche Nascherei, die der Hersteller zum Verzehr nach acht empfiehlt … Gunderman aromatisiert auch den Kräuterquark zu leckeren Pellkartoffeln unverwechselbar.


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