Richtig fasten - das sollten Sie beachten

Für Karnevalisten ist es schon lange klar: Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Da endet offiziell der närrische Spaß und die Fastenzeit beginnt. Dabei hat das Fasten in den verschiedensten Religionen und Kulturen eine jahrhundertelange Tradition. Heutzutage verbinden wir es jedoch meist mit religiöser oder gesellschaftlicher Verpflichtung, Verzicht und Entsagungen. Damit Sie die Fastenzeit bestmöglich für Körper und Geist nutzen ohne dabei Ihre gute Laune zu verlieren, haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt.

1. Setzen Sie sich ein realistisches Ziel

Gesundes Fasten

Wer fastet, verzichtet meist für mehrere Tage teilweise oder komplett auf Nahrung. Die traditionelle, christliche Fastenzeit, auch Passionszeit genannt, dauert aber von Aschermittwoch bis Ostern, insgesamt also 40 Tage. Diese ohne Essen auszuhalten, ist für den Menschen möglich, wenn er mit genügend Flüssigkeit und Nährstoffen wie Mineralien und Vitaminen versorgt wird. Ratsam ist das aber nicht. Schließlich geht es beim Fasten um eine spirituelle und körperliche Reinigung, die zu einem gesteigerten Wohlbefinden führen soll und nicht darum, den Körper an sein Limit zu treiben und danach völlig ausgelaugt zu sein. Setzen Sie sich also lieber ein Fastenziel, das für Sie erreichbar ist und mit dem Sie sich wohlfühlen. Das kann beispielsweise eine radikale Fastenkur für wenige Tage sein. Oder aber auch der Verzicht auf gewissen Genussmittel wie Süßigkeiten oder Alkohol über die ganze Fastenzeit. Verwechseln Sie die Fastenzeit nicht mit Neujahrsvorsätzen oder ähnlichem. Fasten ist weder das geeignete Mittel zur schnellen Bikinifigur noch für Ihren kurzfristigen Beginn in ein sportlicheres Leben. Chronisch Kranke sollten auf keinen Fall auf eigene Faust eine Fastenkur beginnen.

2. Schätzen Sie sich richtig ein

Diät in der Fastenzeit

Bevor Sie anfangen zu fasten, überlegen Sie kurz, welche Art des Fastens zu Ihnen passt. Wir alle kennen Menschen, die vor Disziplin und Zielstrebigkeit nur so strotzen. Die keine Probleme damit haben, schon vor der Arbeit eine ausgiebige Runde zu joggen oder beim Essen auf den leckeren Nachtisch zu verzichten. Wenn Sie sich hier wiederfinden, ist der komplette Verzicht auf jegliches Essen für mehrere Tage eine Herausforderung, der Sie sich stellen können. Oder gehören Sie zu der Sorte Mensch, die nur schwer auf eine Mahlzeit verzichten und schnell ungemütlich werden, wenn sie länger nichts gegessen haben? Dann ersparen Sie sich und Ihrem näheren Umfeld eine strenge Fastenkur. Die führt meist leider eher zu Streitereien und dem unschönen Gefühl, das gesetzte Ziel nicht erreicht zu haben, wenn die Lust auf die Sahnetorte am Ende doch stärker war. Entscheiden Sie sich lieber für den Verzicht auf ein Genussmittel oder eine Angewohnheit, die Sie schon länger stört. Diese Form des Fasten braucht kaum Vorbereitung und ist auch im Arbeitsalltag leicht durchzuhalten.

Grundsätzlich gilt: Sie fasten nur für sich und das freiwillig! Sie müssen niemandem etwas beweisen. Entscheiden Sie ganz allein, wie Sie die Fastenzeit verbringen möchten. Wenn Sie merken, dass Sie das radikale Fasten nur schlecht vertragen, sollten Sie keine Skrupel haben, Ihr Vorhaben wieder abzubrechen. Hören Sie auf Ihren Körper.

3. Bereiten Sie sich ausreichend vor

Egal wie motiviert Sie sind - bereiten Sie Ihren Körper behutsam auf die nächsten Tage und Wochen vor. Wenn Sie ganz auf Essen verzichten oder eine Suppen- oder Saftkur machen wollen, empfiehlt sich zu Beginn eine Darmentleerung, entweder mit Glaubersalzen oder einem Einlauf. Zusätzlich sollten Sie langsam die Nahrungsmittel einschränken. Essen Sie in den letzten zwei Tagen vor dem Fasten noch ein wenig leichte Kost, damit sich der Körper langsam umstellen kann.

Heilfasten mit Tee

Unerlässlich beim Fasten: ausreichend Flüssigkeit! Wenigstens drei Liter braucht der Körper, um Giftstoffe auszuscheiden. Decken Sie sich also mit Wasser, Tees und Säften ein. Auch kräftige Gemüse- oder Fleischbrühen liefern wertvolle Nährstoffe und stärken Sie bei Ihrer Hungerkur.

Auch Ihrer Haut werden Sie den veränderten Stoffwechsel ansehen. Da bieten sich sanfte Reinigungskuren fürs Gesicht an, um Unreinheiten vorzubeugen.

4. Verbringen Sie Ihre Kur entspannt und abwechslungsreich

Vor allem in den ersten Tagen der Fastenkur reagiert der Körper sehr empfindlich auf den Nahrungsmittelentzug. Es kann zu Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen und starker Müdigkeit kommen. Seien Sie hier nicht zu streng mit sich! Ein Löffel Honig oder Agavensaft im Tee ist erlaubt, wenn der Kreislauf nicht mitspielt. Auch ein Mittagsschlaf muss mal drin sein, sollte der Körper danach verlangen. Wenn Ihre Verdauung nicht wie üblich läuft, fragen Sie in der Apotheke nach möglichen Lösungen. Bereits nach wenigen Tagen hat sich Ihr Körper übrigens an den Verzicht gewöhnt und die positiven Effekte des Fastens wie Zufriedenheit, Leichtigkeit und mehr Energie setzen ein.

Gerade zu Beginn Ihrer Kur drehen sich die Gedanken aber hartnäckig ums Essen. Planen Sie schon vorher Abwechslung ein, um der Versuchung zu widerstehen. Machen Sie, wenn Sie sich fit fühlen, täglich einen Spaziergang. Gönnen Sie sich eine entspannende Massage. Lesen Sie mal wieder ein gutes Buch. Treffen Sie sich mit Freunden zu einem Theaterbesuch (kein Kaffee-Kränzchen oder Spieleabend, die verlocken zum Schlemmen!). Erzählen Sie lieben Bekannten von Ihrem Vorhaben. Sonst ist die Enttäuschung auf beiden Seiten groß, wenn der liebevoll servierte Kuchen gar nicht gemeinsam gegessen werden kann. In der Sauna entspannen sollten Sie nur, wenn Sie das auch sonst regelmäßig tun. Sonst könnte sich Ihr ohnehin schon strapazierter Kreislauf rächen.

Übersäuerung im Körper

Genau das Gleiche gilt für Sport. Für Ihren Körper ist bereits der Mangel an Essen eine Herausforderung, er teilt seine Reserven genau ein. Die möchte er nicht im Fitnessstudio oder beim Training für den nächsten Marathon verschwenden. Beschränken Sie Ihre sportlichen Aktivitäten auf ausgiebige Spaziergänge, schwimmen Sie ein bisschen oder machen Sie leichte Yoga-Übungen. Wenn Sie das nicht auslastet, können Sie sich Schritt für Schritt mehr Sport zutrauen.

5. Beenden Sie behutsam die Fastenzeit

Ihre persönliche Fastenzeit bestimmen Sie selbst. Wenn Ihr Körper die Umstellung gut verträgt, ist auch eine Kur von über zehn Tagen möglich. Anfänger sollten sich nicht mehr als eine Woche zumuten. So oder so, irgendwann müssen Sie mit dem Fasten aufhören. Vielleicht möchten Sie sich auch für Ihre eiserne Disziplin belohnen. Tun Sie dies äußerst behutsam. Ihr Darm muss sich daran gewöhnen, wieder Nahrung zu verarbeiten. Starten Sie in den ersten Tagen nach der Fastenkur mit Kartoffeln und leicht zu verdauendem Gemüse, ähnlich wie es bei einer Magengrippe empfohlen wird. Auch Kaffee sollte nur langsam wieder stark verdünnt getrunken werden. Um den Stoffwechsel anzukurbeln, trinken Sie weiterhin viel Flüssigkeit. Und vielleicht behalten Sie ja diese neue Angewohnheit bei und verwöhnen Ihren Körper ab jetzt täglich mit Wasser, Tees und Fruchtsäften. Er wird es Ihnen danken!

Welche Lebensmittel Sie glücklich machen, lesen Sie hier.

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